Frank Wolff

Frank Wolff

Veränderung als Chance zu neuem Erfolg

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Vor mir tauchen gewaltige Kraftwerkstürme auf, die beeindruckende Dampfwolken ausstoßen. Ich fahre auf Eschweiler zu, um Frank Wolff zu treffen. Das Kraftwerksambiente ist eine gute Einstimmung, denn Wolff ist ein Energiemann.

Nach seiner beruflichen Veränderung ist er  heute Geschäftsführer der AWA Entsorgung GmbH. Die AWA sorgt dafür, dass Abfall korrekt entsorgt wird und Materialkreisläufe entstehen. Wie ist er in diese Position gekommen? Welche Wege hat er in seiner Karriere beschritten? Welche Botschaften kann er anderen Karrieregestaltern mit auf den Weg geben? Davon handelt dieser Text.

 


 Auf der Überholspur ausgebremst

 

Frank Wolff gehörte in dem Energiekonzern, in dem er seit seinem Berufseintritt arbeitete, zu den Überfliegern. Doch dann veränderte sich die Branche dramatisch. Und Frank Wolff fand sich in einer Situation wieder, in der es ums Restrukturieren und Verkleinern von Geschäftsbereichen ging. Er erkannte in dieser Situation: „Ich bin nicht gut im „nur Sparen“. Ich bin ein kreativer Gestalter.“ Nach und nach reifte in ihm die Erkenntnis: „Das ist nicht mehr mein Job.“ Und er fragte sich, was er nun tun sollte. Den Rest des Arbeitslebens auf eine Frühverrentung spekulieren und keine Freude mehr an der Arbeit haben? Nein. Er entschied sich dafür, das Abfindungsangebot des Unternehmens anzunehmen und nochmal durchzustarten. Eine mutige Entscheidung, denn er hatte noch keine Ahnung, was die Zukunft bringt. Geschweige denn ein Angebot für eine neue Position in der Tasche.

Mit dieser Ungewissheit konnte er gut umgehen. Frank Wolff kannte Wechsel innerhalb des Konzerns und war mit den damit verbundenen Fragen vertraut: Wird das gut gehen? Werde ich mich in einem neuen Umfeld zurechtfinden? Er spricht davon, anfangs schon verletzt gewesen zu sein, dass man ihn und sein Team nicht mehr braucht. Aber seine schonungslose Analyse der Situation half ihm, die anstehende Veränderung anzunehmen. Auf diesem emotionalen Weg hat ihm seine vor ein paar Jahren absolvierte Coachingausbildung gute Dienste geleistet. Sie bietet ihm bis heute eine große Palette an Reflexionsmöglichkeiten. Er berichtet davon, wie ihm die Beschäftigung mit sich selbst neue Türen geöffnet und ihn auch zu einer besseren Führungskraft gemacht hat.

Tipp: Setzen Sie sich in einer beruflichen Umbruchsituation mit Ihren Emotionen auseinander, anstatt sie zur Seite zu schieben.

 


Die neue Strategie erweist sich erst einmal als Sackgasse

 

Die Trennung war geschafft. Nun konnte es losgehen. Frank Wolff war anfangs sehr optimistisch. Er als Highperformer sollte für den Markt wohl interessant sein. Bestimmt hatte er mit seiner Einschätzung recht. Aber seine Suchstrategie wollte dem Markt so gar nicht gefallen. Frank Wolffs Plan war, einen klassischen „nine to five“ Job zu finden und nebenbei eine Yoga-Schule aufzubauen. Das kauften ihm potenzielle Arbeitgeber aber nicht ab. Sie befürchteten, dass es ihm schnell langweilig würde und er dann wieder weg wäre. Wolff sagt: „Das hat mich erstmal umgehauen. Damit hätte ich nicht gerechnet.“

Sein alter Arbeitgeber hatte ihm eine Outplacementberatung mit auf den Weg gegeben. Das Coaching durch die Beraterin, die Kenntnisse der geheimen Codes des Arbeitsmarktes empfand er als große Bereicherung. Auch wenn er mit seiner ersten Strategie in der Sackgasse landete fand er es richtig, dass seine Beraterin ihn seine Pläne erstmal entwickeln ließ. Schließlich verfügt Frank Wolff über langjährige und fundierte Erfahrungen im Yoga. Er ist außerordentlich geübt in seiner physischen Yoga-Praxis und in der Meditation. Seinen Lebensweg in Yoga-Philosophien zu spiegeln hilft ihm, sich im Leben zu ankern, seine Werte zu schärfen und insgesamt ein glücklicheres Leben zu führen. Er folgte also mit seinem Plan keiner fixen Idee.

Dennoch zogen Frank Wolff und seine Beraterin irgendwann die Reißleine und nahmen eine neue Weichenstellung vor. Es hieß, den Traum von der Yogaschule zu verabschieden.

Mit der Unterstützung seiner Beraterin schaffte es Wolff, die Ablehnung nicht als Ablehnung seiner Person zu verstehen. Er wusste: „Es liegt nicht an dir und deiner Qualifikation. Es war die falsche Strategie.“ Es ging also weiter – nun wieder mit dem klaren Fokus auf Geschäftsführungspositionen.

Tipp: Ein beruflicher Umbruch ist die Chance, ungewöhnliche Karriereschritte auszutesten. Seien Sie aber bereit, auch wieder umzusteuern, wenn der Erfolg ausbleibt.

 


Den Fleißigen belohnt der Zufall

 

Bei allem Fleiß war es dann der Zufall, der den Erfolg ermöglichte. Auf einer Reise zu einer Fortbildung für Yogalehrer blätterte Frank Wolff durch die Stuttgarter Zeitung. Dort war seine neue Herausforderung ausgeschrieben Eine große Kreisstadt, die gerade das städtische Strom- und Gasnetz von der EnBW zurückkauft hatte und ein kommunales Stadtwerk zum Nutzen der Bürgerschaft aufbauen wollte. Und genau das Bewerberprofil von Frank Wolff, das zuvor 60 Mal durch den Rost gefallen war, begeisterte die Entscheider. Innerhalb von drei Wochen hatte Frank Wolff die Zusage. Er hatte bei der Auswahl des Gemeinderates gegen andere hochqualifizierte Kandidaten gewonnen. Neben seinem weiten energiewirtschaftlichen Profil war das Zünglein an der Waage seine langjährige Erfahrung als stellvertretender Vorsitzender eines Schwimmvereins, denn die Stadt wollte auch ein Schwimmbad errichten. Sein Ehrenamt machte den Unterschied!

Ihn begeisterte an der neuen Aufgabe die Chance, Neues aufzubauen, kreativ zu sein und zum öffentlichen Nutzen zu arbeiten. Nach der starken Shareholderorientierung im Konzern empfand er das als ein großes Glück.

Tipp: Halten Sie Augen und Ohren offen und geben Sie dem Zufall so eine Chance. Wenn Sie genau wissen was Sie wollen, können Sie schnell auf unverhoffte Möglichkeiten reagieren.

 


Der Weg zurück in die Heimat

 

Drei Jahre arbeitete Wolff im Schwäbischen. Sehr erfolgreich, wie er zufrieden berichtet. Dennoch stand eine Neuorientierung an. Frank Wolff wollte zurück in die Heimat. Er sprach also einen Headhunter an, den er im Laufe seiner Jobsuche kennengelernt hatte. Und wieder geschah ein Wunder. In seinem Heimatort Eschweiler wurde der Geschäftsführer für die AWA Entsorgung – die operative Gesellschaft des lokalen Entsorgungszweckverbandes ZEW – gesucht. Nun half ihm seine Erfahrung im kommunalen Umfeld. So macht aus heutiger Sicht der Weg über die kommunalen Kirchheimer Stadtwerke sehr viel Sinn. Ohne diese Erfahrung wäre er für seinen jetzigen Job nie in Frage gekommen. Nun ist er Geschäftsführer eines seit mehr als 2 Jahrzehnten tätigen, renommierten kommunalen Unternehmens und widmet sich mit Leidenschaft der Aufgabe, dieses auf die Zukunft auszurichten. Heute sitze ich einem Mann gegenüber, der in sich ruht und erfüllt ist von seiner Aufgabe.

Tipp: Nehmen Sie Umwege in Kauf, um Ihr Profil anzureichern und Ihrer Karriere die gewünschte Richtung zu geben.

 


Karrieren heute sind wechselhaft – Das einzig beständige im Leben ist der Wandel

 

Frank Wolff sagt: „Ich denke, was meine Karriere betrifft, nicht mehr langfristig, sondern habe gelernt, in Zwischenschritten zu planen. Für mich ist das jetzt eine große Chance zu zeigen, was ich kann. Ich konzentriere mich darauf, innerhalb meiner aktuellen Vertragslaufzeit von fünf Jahren meine Aufgabe möglichst gut zu erledigen. Mit dieser Erfahrung wird mein Profil noch wertvoller sein. So haben ich keine Angst davor, was beim Ablauf meines Vertrages sein wird. Aber es wäre für mich ein großes Glück, wenn ich meine aktuelle Position bis zum Ruhestand ausfüllen könnte. Als Krönung seiner Karriere wünscht er sich, etwas Gutes zu hinterlassen für seine Heimatregion.

Ich möchte von Frank Wolff wissen, wie er zukünftig mit Karriereumbrüchen umgehen würde. Er meint, er würde nicht mehr so stark festhalten, nicht mehr lange in einer unbefriedigenden Situation verharren, sondern früher aktiv werden. Den Spruch von der Krise als Chance empfindet er für sich als vollständig zutreffend. Er verließ einen Konzern, meisterte eine längere Phase der Jobsuche und hat Chancen gefunden, indem er sich aus der Krise herausarbeitete und eine Aufgabe fand, die ihn erfüllt.

Schon zu Zeiten seiner Steigflug-Karriere im Konzern fragte er sich immer wieder, ob es einen Weg zurück in seine Heimatregion geben könnte. Frank Wolff hat durch seinen beruflichen Umbruch eine wichtige Erkenntnis gewonnen: Wenn man Veränderung als Chance versteht, annimmt und für sich nutzen kann, führt das Leben einen auch wieder zurück an einen Ort, wo man Glück und Zufriedenheit erfahren kann, also im übertragenen Sinne so etwas wie Heimat. In seinem Falle war es sogar seine geographische Heimat.

Tipp: Karrieren sind heute wechselhaft. Darauf können Sie sich einstellen, indem Sie wach und aktiv bleiben.

Dieser Text ist eine genehmigte Reproduktion eines Blogbeitrages, der im Blog von Von Rundstedt unter folgender Webadresse zu finden ist.

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