Frank Wolff

Frank Wolff

Hast Du schon mal versucht, Deine Emotionen über die Meditation aufzulösen?

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Ich finde es immer mal wieder erfrischend, wenn man klassische Themen aus dem Coaching wie etwa das Emotionsregulationsmanagement auch mal anders angeht, beispielsweise über einen spirituellen Ansatz!

Bei der Lektüre von Gedün Rinpoches Buch Herzensunterweisung eines Mahamudrameisters fand ich folgendes Konzept zum Thema Emotionsmanagement aus dem Buddhismus, welches ich gerne hier in Auszügen teile:

 

Wir beginnen mit dem Blick nach innen, sind achtsam, erkennen die Emotion ohne zu reagieren und lassen sie sich auflösen.

 

 


 

Die Natur der Emotionen

 

 

“Um die wahre Natur der Emotionen zu erkennen, sollten wir unseren Blick direkt im Moment ihres Auftauchens auf sie richten, genauso wie es bereits für Gedanken im Allgemeinen beschrieben wurde. Jedesmal, wenn eine Emotion den Geist aufwühlt, schauen wir direkt in sie hinein und versuchen herauszufinden, ob sie eine Form, Farbe oder irgendein anderes Merkmale besitzt, das ihre konkrete Existenz bezeugen würde. Als Folge des wiederholten Hineinschauens erkennen wir, dass Emotionen in ihrer Existenz nicht fassbar sind. Sie haben keine konkrete Existenz, sondern sind eine flüchtige Erscheinung im Geist, ähnlich wie ein Traum. Die Emotion ist kein »Etwas«, kein Ding – es ist nichts Konkretes zu finden. Das Gewahrwerden der Tatsache, dass nichts zu finden ist führt zur direkten Erkenntnis der Natur einer jeden Emotion. Sie enthüllt sich als eine illusorische Erscheinung und wird als Ausdruck des unaufhörlich schöpferischen, ursprünglichen Gewahrseins erkannt.

 

 


 

Die Meditation

 

Wie wohl diese Praxis des direkten Hineinschauens in die Emotionen zunächst nicht leicht ist, sollten wir uns doch darum bemühen. Mit zunehmender Übung werden wir die fünf GeistesgifteUnwissenheit, Begierde, Wut, Stolz und Eifersucht – in ihrer wahren Natur als die fünf erleuchteten Weisheiten, die fünf Facetten des ursprünglichen Gewahrseins erkennen. …

Die emotionalen Bewegungen werden frei von Anhaften und Ablehnen einfach als Bewegungen des Geistes wahrgenommen und nicht als »störende« Emotionen. Wir erkennen, dass sie Ausdruck der natürlichen Dynamik der Weisheitsnatur des Geistes sind. Dadurch wird das Auftauchen einer Emotion zu einer Meditation der Natur des Geistes.

Statt Verwirrung herrscht nun reines Gewahrsein. Unsere Sicht der Welt öffnet sich dadurch für ihre reine, wahre Dimension. Emotionen, Ereignisse, alle Erscheinungen, die sonst den Geist aufwühlen und trüben, werden nun zu Unterweisungen in der wahren Natur des Geistes. Das ist die höchste Form spiritueller Praxis.

 

 


 

“Selbstbefreiung” der Emotionen

 

So wird sich die Erkenntnis der wahren Natur der Emotionen einstellen. Mit dieser Praxis fahren wir fort, bis wir erkennen, wie sich die Emotionen direkt im Moment ihres Entstehens auflösen. Das wird die »Selbstbefreiung« der Emotionen genannt. Sie vollzieht sich genauso wie die Selbstbefreiung der Gedanken.

 

Das direkte Schauen ins Innerste einer Emotion enthüllt die dynamisch-kreative und zugleich leere Natur des Geistes und verwandelt die Emotion in eine Kraft der Befreiung.

 

Dadurch sind Emotionen kein Problem mehr und es ist dann sogar umso besser, je mehr Emotionen auftauchen. Mit zunehmender Übung wird es uns gelingen, bei jedem Reiz, jedem Gedanken und jeder Emotion spontan und mühelos im Gewahrsein der wahren Natur des Geistes und damit in innerer Ausgeglichenheit zu verweilen. Sämtliche im täglichen Leben auftauchenden Gedanken und Gefühle dienen dann als Gelegenheit, uns von karmischer Last und emotionalen Schleiern zu befreien – je mehr davon hochkommen, desto besser. Im Erkennen ihrer wahren Natur sind wir zugleich auch frei von allem Leid, das Emotionen sonst verursachen. Leid entsteht durch den Glauben an die Wirklichkeit unserer Erfahrungen. Wenn wir glauben, wirklich eine Emotion zu haben, dann leiden wir. Wenn wir die illusorische Natur der Emotion erkennen, befreien wir uns aus dem Leid, das durch unser Fürwirklichhalten und die Identifikation mit der Emotion entsteht.

 


 

Bei auftauchenden Schwierigkeiten

 

Wenn sich das direkte Schauen in die Emotionen als zu schwierig erweist kann uns folgende Betrachtung weiterhelfen: Unsere gegenwärtige Emotion und das mit ihr verbundene Leid ist die Folge früherer Handlungen und der dadurch erzeugten karmischen Kräfte. Es ist aussichtslos zu versuchen, das Leid wegzuschieben und ihm dadurch zu entkommen. Dieser Versuch verstärkt das Leid nur noch. Statt dessen sollten wir unangenehme Situationen als das natürliche Reifwerden der Früchte unserer früheren Handlungen annehmen und sie klar und bewusst durchleben.“

Herzensunterweisung eines Mahamudrameisters – Gendün Rinpoche

 

Buchempfehlung

 

Herzensunterweisung eines Mahamudra-Meisters – Gendün Rinpoche – Norbu Verlag – ISBN 978-3-940269-03-4

 

 

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