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Frank Wolff

Warum sich ein Blick ins Blut lohnt

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Was ein Bluttest wirklich über Deine Gesundheit verrät – und welche Blutwerte bei mir selbst ganz oben auf der Liste stehen

Ich werde oft gefragt, warum ich mir eigentlich regelmäßig Blut abnehmen lasse, obwohl ich mich gut fühle, Sport treibe und auf meine Ernährung achte. Die ehrliche Antwort: genau deshalb. Ein Bluttest ist für mich kein Instrument der Angst, sondern der Neugier – und der Verantwortung mir selbst gegenüber. Er zeigt mir schwarz auf weiß, was mein Körper tatsächlich braucht, statt dass ich raten muss. Und genau darum soll es in diesem Artikel gehen: warum sich dieser Blick ins Blut für so gut wie jeden von uns lohnt, was die Wissenschaft dazu sagt – und was er an meinem eigenen Beispiel ganz konkret sichtbar gemacht hat.

Zwei Dinge, die ein Bluttest sichtbar macht, bevor Du sie spürst

Ein Bluttest zeigt weit mehr als nur „gut“ oder „schlecht“. Er macht im Kern zwei Arten von Risiken sichtbar, die sich über Jahre und Jahrzehnte lautlos aufbauen, bevor Du überhaupt etwas davon spürst.

Die erste Kategorie sind Risikofaktoren für chronische Erkrankungen – allen voran Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes. Diese Risiken entwickeln sich meist über Jahre, ganz ohne spürbare Symptome, bis sie sich irgendwann als Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diagnose manifestieren. Die zweite Kategorie sind Versorgungsrisiken: ein schleichender Mangel an Nährstoffen wie Vitamin D, bestimmten B-Vitaminen, Eisen oder Omega-3-Fettsäuren, der sich ebenfalls über Jahre aufbaut und sich oft erst spät oder ganz unspezifisch bemerkbar macht – als Müdigkeit, schlechtere Regeneration, brüchige Nägel oder einfach ein diffuses Gefühl, nicht ganz auf der Höhe zu sein.

Beides sieht man nicht. Beides spürt man oft erst, wenn es zu spät ist, um wirklich früh gegenzusteuern. Aber beides lässt sich mit den richtigen Blutwerten frühzeitig erkennen – und dann gezielt behandeln.

Was die Wissenschaft dazu sagt

Ich bin überzeugt von diesem Ansatz, aber ich bin damit beileibe nicht allein. Der amerikanische Longevity-Mediziner Peter Attia hat für diesen Gedanken den Begriff „Medicine 3.0″ geprägt: Statt erst zu reagieren, wenn eine Krankheit längst Symptome verursacht, geht es darum, ihre stillen Vorstufen frühzeitig zu erkennen – solange noch Zeit für echte Kurskorrekturen bleibt. Ein anerkanntes Beispiel dafür ist Lipoprotein(a), kurz Lp(a): ein genetisch festgelegter, eigenständiger Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall, der unabhängig von Deinem klassischen Cholesterinwert wirkt und sich – anders als etwa Blutdruck oder Gewicht – kaum durch Deinen Lebensstil verändern lässt. Attia und andere Fachleute empfehlen deshalb, Lp(a) einmal im Leben bestimmen zu lassen: Der Wert bleibt über die Zeit stabil, und ist er erhöht, weißt Du frühzeitig, dass Du bei den tatsächlich beeinflussbaren Risikofaktoren wie LDL-Cholesterin, Blutdruck oder Entzündungswerten besonders konsequent gegensteuern solltest. Auch die Deutsche Herzstiftung empfiehlt diese einmalige Bestimmung ausdrücklich, weil Lp(a) beim Standard-Check-up meist gar nicht erfasst wird. Welche Werte darüber hinaus für Dich sinnvoll sein können, erfährst Du auf meiner Seite Blutwerte & Prävention.

Der US-Arzt Mark Hyman, Gründer der Testplattform Function Health, bringt einen anderen, ergänzenden Gedanken auf den Punkt: Ein Blutwert im „Normbereich“ ist nicht automatisch ein guter Wert. Referenzbereiche in der Labormedizin markieren meist nur die Grenze zwischen krank und nicht-krank – nicht zwischen mittelmäßig und optimal. Wer wirklich wissen will, wo er steht, muss deshalb mehr Biomarker kennen als beim klassischen Check-up üblich: von Blutzucker über Entzündungsmarker bis zu Vitamin- und Mineralstoffwerten. Der deutsche Präventivmediziner Dr. Ulrich Strunz argumentiert seit Jahren in eine ähnliche Richtung mit seiner Kampagne „Regelmäßig zum Bluttest!“: Der individuelle Nährstoffbedarf ist so unterschiedlich, dass er sich nur über eine umfassende Blutanalyse jenseits der Standard-Kassenwerte wirklich erschließen lässt.

Auch aus der Sportwissenschaft kommt Rückenwind für diesen Ansatz. Der Leistungsphysiologe Andy Galpin, der unter anderem Profisportler betreut, setzt in seiner Arbeit gezielt auf Blutanalysen, um Trainings- und Regenerationsentscheidungen auf objektive Daten statt auf Bauchgefühl zu stützen – Entzündungswerte, Hormonstatus und Nährstoffversorgung geben ihm ein Feedback, das sich durch Training allein nicht erkennen lässt. Die Biochemikerin Dr. Rhonda Patrick wiederum ist eine der bekanntesten Stimmen, wenn es um konkrete, präventiv relevante Biomarker geht – sie verweist immer wieder auf Werte wie Vitamin D, Omega-3-Index oder hochsensitives CRP als frühe Indikatoren für Entzündungs- und Herz-Kreislauf-Risiken, lange bevor diese klinisch auffällig werden. Bemerkenswert an dieser Stelle: Der Omega-3-Index ist genau der Wert, den ich auch bei mir selbst regelmäßig bestimmen lasse – dazu gleich mehr.

Warum das Thema für Frauen noch einmal eine andere Dimension hat

Was bei alledem oft zu kurz kommt: Für Frauen ist ein Bluttest nicht nur „genauso wichtig“, sondern in mancher Hinsicht noch aufschlussreicher – weil viele Standardwerte in der Labordiagnostik historisch gar nicht für den weiblichen Körper kalibriert wurden. Die Sportwissenschaftlerin Dr. Stacy Sims macht seit Jahren darauf aufmerksam, dass zahlreiche Referenzbereiche – etwa für Eisen beziehungsweise Ferritin – über Jahrzehnte an überwiegend männlichen oder gemischten Studienpopulationen kalibriert wurden. Eine 2023 im Fachjournal der American Society of Hematology veröffentlichte Arbeit unterstreicht das mit Nachdruck: Sie fordert explizit, die gängigen Ferritin-Grenzwerte anzuheben, weil sie Eisenmangel bei Frauen systematisch übersehen.

Hinzu kommt die zyklische Komponente: Eisenwerte schwanken nachweislich im Verlauf des Menstruationszyklus, was sowohl den Zeitpunkt als auch die Interpretation eines Bluttests beeinflusst – ein einzelner Wert kann je nach Zyklusphase ganz unterschiedlich aussehen, ohne dass sich am tatsächlichen Eisenstatus etwas geändert hätte.

Auch in den Wechseljahren liefert ein Bluttest wichtige Anhaltspunkte – nur anders, als man zunächst vermuten könnte. Mit abnehmender Zahl aktiver Eizellen produzieren die Eierstöcke weniger Östrogen und Inhibin, zwei Hormone, die der Hirnanhangsdrüse sonst signalisieren: „genug FSH, keine weitere Stimulation nötig“. Fällt dieses Signal weg, steigt der FSH-Spiegel (follikelstimulierendes Hormon) an – nicht obwohl, sondern weil die Eierstöcke nachlassen; das spätere Ausbleiben der Regel ist die Folge desselben Prozesses, nicht dessen Ursache. Ein erhöhter FSH-Wert zählt deshalb zu den zuverlässigsten Laborhinweisen auf die Wechseljahre. Praktisch mindestens genauso relevant ist ein zweiter, oft übersehener Effekt derselben hormonellen Umstellung: Mit sinkendem Östrogen steigt bei vielen Frauen in dieser Phase auch das Risiko für einen Vitamin-D-Mangel – Studien beziffern ihn auf 50 bis 80 Prozent aller Frauen in den Wechseljahren –, weil Östrogen an der Kalzium- und Knochenregulation beteiligt ist. Genau das lässt sich über einen Bluttest früh erkennen und mit Vitamin D, Kalzium und Magnesium gezielt supplementieren, statt Beschwerden in dieser Lebensphase pauschal als „einfach das Alter“ abzutun.

Für Frauen ist ein Bluttest deshalb oft nicht nur eine zusätzliche Informationsquelle, sondern schlicht der einzige verlässliche Weg, die eigene Hormon- und Nährstoffsituation über die verschiedenen Lebensphasen hinweg richtig einzuordnen – von der ersten Regelblutung über Schwangerschaft und Stillzeit bis in die Wechseljahre und darüber hinaus.

Mein eigenes Beispiel: Was mein Bluttest bei mir sichtbar gemacht hat

Genug Theorie – schauen wir uns an, wie sich das ganz konkret anfühlt. Ich mache regelmäßig einen Bluttest, weil ich zwei Dinge über mich weiß, die ich sonst nur vermuten könnte. Erstens: Mit zunehmendem Alter muss ich ein Thema namens Inflammaging im Griff behalten – die stillen, niedriggradigen Entzündungen, die uns über die Jahre schneller altern lassen, als uns lieb ist. Zweitens: Als Sportler nehme ich nicht automatisch genug Eiweiß auf, um meine Muskulatur zu erhalten – ein Phänomen, das Fachleute anabole Resistenz nennen und das mit dem Alter zunimmt. Beides sind Prozesse, die man nicht sieht und lange nicht spürt, die sich aber mit den richtigen Blutwerten früh erkennen und gezielt gegensteuern lassen.

Ganz konkret zeigen meine Bluttests immer wieder, dass mein Calciumspiegel eher im unteren Normbereich liegt und dass meine B6- und B12-Werte tendenziell niedrig sind. Ich schaue mir solche Befunde nie isoliert an – beim Calciumwert etwa immer mit Blick auf meinen Vitamin-D3-Spiegel, weil beide eng zusammenhängen und sich gegenseitig beeinflussen. Je nach Ergebnis supplementiere ich gezielt und lasse zusätzlich regelmäßig meinen Omega-3-Index bestimmen – genau jenen Wert, den auch Rhonda Patrick als einen der aussagekräftigsten präventiven Biomarker nennt –, um zu sehen, ob dieser ein gutes Niveau erreicht.

Das erklärt auch, warum ich im ersten Jahr meines Krafttrainings – da war ich mit Bluttests noch nicht aktiv – kein signifikantes Muskelwachstum erreicht habe, obwohl ich ordentlich trainiert habe. Heute habe ich die Instrumente in der Hand, die ich brauche, um meinen Körper gezielt zu schützen und weiterzuentwickeln.

Ohne den regelmäßigen Bluttest bleiben solche Befunde verborgen, und wir sind nicht in der Lage, angemessen zu reagieren. Ich hätte mich vielleicht irgendwann müder gefühlt, hätte meine Trainingsfortschritte schlechter erklären können oder wäre erst durch handfeste Beschwerden auf die Idee gekommen, überhaupt nachzuschauen. Stattdessen kann ich gezielt gegensteuern, lange bevor aus einem leisen Ungleichgewicht ein echtes Problem wird.

Der Weg zu Deinen eigenen Antworten

Genau darum geht es mir mit diesem Thema: Dir zu zeigen, dass sich mit ein wenig Neugier und den richtigen Werten die richtigen Schlüsse für Deine eigene, positive Entwicklung ziehen lassen – viel früher und viel gezielter, als die meisten glauben. Ob Du dabei auf die Standardwerte Deines Hausarztes zurückgreifst, gezielt einzelne Parameter wie Lp(a) oder Deinen Omega-3-Index ergänzt, oder Dir im Rahmen eines Coachings anschaust, welche Werte für DICH persönlich wirklich relevant sind – der erste Schritt ist immer derselbe: hinschauen, statt zu raten.

Wenn Du wissen willst, welche Blutwerte für Deine individuelle Situation wirklich Sinn ergeben, schau gerne auf meiner Seite zu Blutwerte & Prävention vorbei – dort findest Du sowohl die Möglichkeit, direkt einen präventiven Bluttest zu buchen, als auch die Option, das Thema gemeinsam mit mir im 1:1-Coaching anzugehen.

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